zurück   |   Druckversion13.11.2008 | eingestellt von: Norbert Kozicki

Konzepte Jugendarbeit

Resolution der Mitgliederversammlung des FBF NRW e.V. zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit in NRW

Zentrale Forderung: Erhöhung der Personalkostenförderungen


Offene Kinder- und Jugendarbeit trägt dazu bei, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien zu schaffen. Sie stellt sich den Herausforderungen, die sich aus der Lebenssituation und den Erfahrungen junger Menschen ergeben. Die persönlichen und sozialen Gegebenheiten der Kinder und Jugendlichen bestimmen entscheidend die Inhalte, Methoden und Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Sie fördert deren Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten. Sie übernimmt Präventionsaufgaben, leistet jungen Menschen Unterstützung bei der eigenständigen Gestaltung ihrer Lebenswirklichkeit.

Sie fördert zielgruppenspezifisch und im Sinne einer Querschnittsaufgabe die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, indem sie die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen berücksichtigt und Benachteiligungen abbaut.

Sie ermöglicht jungen Menschen soziale Integration, interkulturelle Bildung und schafft Möglichkeiten zur Partizipation.

Der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist ein viel größerer Stellenwert im Rahmen der aktuellen Bildungsdebatte einzuräumen. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit leistet mit ihren Angeboten und Angebotsstrukturen einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. Sie nimmt eine entscheidende Funktion in der Biografie junger Menschen ein, was insbesondere bei persönlichkeitsbildenden Maßnahmen wichtig ist.

Das Falken Bildungs- und Freizeitwerk Nordrhein-Westfalen begrüßt außerordentlich die Positionierung der Enquetekommission des Landtags im Bericht „Chancen für Kinder - Rahmenbedingungen und Steuerungsmöglichkeiten für ein optimales Betreuungs- und Bildungsangebot in Nordhein-Westfalen“.

Im Widerspruch zu diesen programmatischen Erklärungen wird konstatiert – die Enquetekommission und damit alle im Landtag vertretenen Parteien tun dies in erfreulicher Deutlichkeit - , dass seit Mitte der 90er Jahre ein erheblicher Angebotsrückgang im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit erfolgte. Der Rückgang öffentlich geförderter Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen trifft vor allem die Träger der freien Kinder- und Jugendarbeit, die als Erste Einbrüche in der Infrastruktur zu verzeichnen haben. Zwischen 1998 und 2002 reduzierte sich die Zahl der Einrichtungen von 4.208 auf 3.510 (Minus 16,5%) , und auch die Zahl der Beschäftigten ging von 10.788 auf 8.810 ( Minus 18,3%) zurück. Das seit 2002 rückläufige Landes-Fördervolumen und die bis zuletzt enge Haushaltslage in den Kommunen forcieren diesen Trend.(Quelle: Bericht der Enquetekommission des NRW-Landtags „Chancen für Kinder“ S. 103)

Sowohl beim Stellenvolumen, dem Maßnahmenangebot wie bei den finanziellen Ausgaben liegt Nordrhein-Westfalen unter dem Bundesdurchschnitt. Bezogen auf die Anzahl der 12- bis 21-Jährigen bei den öffentlich geförderten Maßnahmen rangiert NRW auf dem vorletzten Platz aller Bundesländer. Der Rückgang an Angeboten sowie an Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist im Bundesländervergleich einer der höchsten. Im Vergleich zum Jahrtausendwechsel werden jetzt nur noch halb so viele Kinder und Jugendlichen mit Angeboten erreicht. Wenn die non-formale Bildung durch die Kinder- und Jugendarbeit die Bildungslandschaft insgesamt bereichern soll, reicht ihre derzeitige Präsenz nicht aus. Der Rückgang der Maßnahmen lässt befürchten, dass die Struktur der Kinder- und Jugendarbeit zerbricht und die neue Verbindung von Jugendarbeit und Schule im Sinne einer ganzheitlichen Bildung eine ihrer wichtigsten Grundlagen einbüßt.

Aus diesem Grund fordert das Falken Bildungs- und Freizeitwerk NRW e.V. alle im Landtag vertretenen Parteien auf, im Bereich der Kinder- und Jugendförderung einen Politikwechsel vorzunehmen, um die Infrastruktur der gesamten Kinder- und Jugendarbeit im Interesse der Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen in NRW zu erhalten und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund fordert das Falken Bildungs- und Freizeitwerk NRW e.V. eine erhebliche Erhöhung der Personal- und Betriebskostenförderung.

nach oben   |   zurück   |   Druckversion13.11.2008 | eingestellt von: Norbert Kozicki