zurück   |   Druckversion06.11.2007 | eingestellt von: Norbert Kozicki

Jugendstudien

Neue Studie zum gesellschaftlichen Engagement:

Gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und Unicef Deutschland untersuchte das Deutsche Kinderhilfswerk im Projekt „mitWirkung!“ den Zusammenhang zwischen Beteiligung als Kind/Jugendlicher und dem Engagement im Erwachsenenalter.

Fast 83 Prozent derjenigen, die sich heute gesellschaftlich stark engagieren, haben dies bereits in der Kindheit und Jugend getan. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Kinderhilfswerks unter mehr als 900 ehrenamtlich Aktiven sowie Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern. Für den Zugang zum Engagement waren für 62 Prozent Freunde sehr wichtig. Auch Eltern wird eine wichtige Vorbildfunktion zugesprochen.

Hinsichtlich des Erziehungsstils in ihrem Elternhaus melden die Befragten zurück, dass er einerseits von der Möglichkeit der Mitsprache und vertrauensvollem Umgang, andererseits von klaren Absprachen geprägt war. Der hohe Grad an Eigenverantwortung wird von zwei Dritteln der Befragten hervorgehoben. Während Eltern und Freunden offensichtlich großen Einfluss auf die Motivation zu gesellschaftlichem Engagement hatten, wird dies für Lehrer anders beurteilt. Nur 14 Prozent sprechen Lehrern eine wichtige Rolle für die Ausprägung ihres Engagements zu, und weniger als sieben Prozent fühlten sich von ihnen als Vorbild motiviert – und dass obwohl für die Mehrheit der Befragten die Zeit des Besuchs weiterführender Schulen große biographische Prägewirkung hatte.

Offensichtlich kommt der außerschulischen Jugendarbeit dabei eine wichtige Bedeutung zu. Für 63 Prozent der Befragten war die frühe Mitgliedschaft in einem Verein oder Organisation von großer bis sehr großer Bedeutung für ihre Engagementbereitschaft. Deutlich vorn liegen dabei mit über 45 Prozent die Sportvereine, gefolgt von Engagement in der Kirche (38 Prozent) sowie den Pfadfinder und ähnlicher Jugendorganisationen (36 Prozent).

Die heute stark Engagierten zeichnen sich nicht nur durch frühe Erfahrungen gesellschaftlicher Teilhabe, sondern auch durch überdurchschnittliche Bildungsabschlüsse aus. 90 Prozent von ihnen haben einen Fach- bzw. Hochschulabschluss. Hohe Bildungsabschlüsse erleichtern offensichtlich die Übernahme ehrenamtlicher Funktionen in Politik und Vereinen bzw. Verbänden.

Die vorliegende Studie bestätigt die Hypothese: Wenn Kinder und Jugendliche bereits in frühen Jahren positive Erfahrungen mit Engagement gesammelt haben, werden sie auch als Erwachsene gesellschaftlich aktiv.

Quelle: www.kinderpolitik.de

Zur Studie: http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_21818_21819_2.pdf


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