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Jugendstudien

Nicht wirklich überraschende Ergebnisse: UNICEF: Zur Lage der Kinder in Deutschland

Die UNICEF-Studie „Zur Lage der Kinder in Deutschland“ liefert nach Auffassung des Deutschen Bundesjugendrings kein wirklich überraschendes Ergebnis. Dass die Kinderfreundlichkeit in Deutschland keine Spitzenposition im internationalen Vergleich einnimmt, ist nicht nur der Fachwelt seit längerem bekannt. „Es ist jedoch gut, diese Ergebnisse jetzt schwarz auf weiß vorliegen zu haben und wissenschaftlich belegen zu können“, stellt Sven Frye, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings fest.

Mit den Programmen zur Kinderbetreuung, dem Ausbau der Ganztagsschule oder mit der Umsetzung des „Nationalen Aktionsplan. Für ein kindergerechtes Deutschland“ werden Infrastrukturen geschaffen, mit denen die vorhandenen Problemfelder teilweise gelöst werden können. Diese Infrastrukturen dürfen jedoch nicht nur an den Erwartungen der Eltern orientiert sein. Zudem müssen sie auf der Bundes-, der Landes- und Kommunalebene umgesetzt werden. Wenn Politik eine kinder-freundliche Gesellschaft will, muss sie auch mehr Geld in diesen Bereich investieren.

„Wir müssen endlich die Interessen und Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellen und sie stärker in die Gestaltung der Angebote ein-beziehen“, so Sven Frye. „Dass dies gelingt, zeigt die Arbeit der Jugendverbände. Hier erleben sie, dass sie als eigenständige Individuen wahrgenommen und ihre Interessen ernst genommen werden. Eine Erfahrung, die sie häufig nicht in der Schule und zunehmend auch nicht im Elternhaus machen.“

Besorgniserregend ist das Ergebnis, dass deutsche Eltern besonders selten mit ihren Kindern reden. Da diese Gespräche für die Persönlich-keitsentwicklung von Kindern ausgesprochen wichtig sind und als Orientierungspunkte für soziales Miteinander bedeutsam sind, ist es dringend notwendig, die Gründe für die Entwicklung zu analysieren, um möglichst schnell dem entgegen wirken zu können.

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