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Aktuelles >> Bildungspolitik

Kinderschutzbund und mittendrin e.V. fordern Taten: Eine Schule für alle

Der Deutsche Kinderschutzbund e.V. und der Verein mittendrin e.V. fordern ein integratives Bildungssystem
und einen sofortigen Stopp der Ausgrenzung von Kindern. Die Landesregierung wird zum Handeln
und damit zur Umsetzung der UN Konvention über die Rechte behinderter Menschen aufgefordert, die ein
inklusives Bildungssystem verlangt. Es muss endlich Schluss sein mit dem Aussortieren von Kindern in
Sonderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien: es muss eine Chancengleichheit in der
Bildung für alle Kinder in NRW geben!
„Das frühzeitige Aussortieren der Kinder beschneidet Lebensperspektiven“ sagt Dieter Greese,
Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Nordrhein-Westfalen, „und das gängige Abschieben von
Kindern auf die Hauptschule oder die Sonderschule fügt den betroffenen Kindern seelische Verletzungen
zu. Das ist ein Schlag fürs Selbstbewusstsein, der die Kindern in ihrer Entwicklung dauerhaft zurückwirft.“
Der Besuch einer „normalen“ Schule darf einem Menschen mit Behinderung nicht verweigert werden. „Die
Bundesländer werden sich in ihrer Schulpolitik auf die internationale Rechtslage einstellen müssen“, sagt
Eva-Maria Thoms, Vorsitzende des Vereins mittendrin e.V., der den Kongress „Eine Schule für Alle“ unter
Beteiligung vom Deutschen Kinderschutzbund e.V. vom 16. bis 18. November in Köln veranstaltet.
Obwohl bereits am 30.März 2007 die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen (auf ein
inklusives Bildungssystem) von der Bundesregierung unterzeichnet wurde, steigen die Zahlen der
Schüler, welche auf die Sonderschulen geschickt werden. Hierbei geht es nicht nur um Kinder mit Behinderung,
sondern auch um lernschwache oder schwierige Kinder. Schon in jungen Jahren werden die
Weichen für eine Zukunft in der Behindertenwerkstatt, in Arbeitslosigkeit und Armut gestellt. Behinderte
Kinder und Lernschwache landen in der Sackgasse. Dem sollte mit der UN- Konvention entgegengewirkt
werden, doch nichts in Bezug auf Chancengleichheit passiert. Deutschland ist Schlusslicht in Europa,
NRW erreicht nicht einmal den Bundesschnitt. Es ist höchste Zeit zu handeln, erst recht jetzt im
europäischen Jahr der Chancengleichheit.
Allein in NRW gehen 108.000 Kinder in Sonderschulen. Nach bildungspolitischem Konsens sollen
behinderte Kinder zusammen mit nicht-behinderten Kindern in allgemeinen Schulen unterrichtet und dort
gefördert werden. Dieser Konsens wird in Deutschland komplett ignoriert. 87% der behinderten Kinder
werden hierzulande in Sonderschulen unterrichtet, in NRW sogar 91 %. Wir sehen das als Ausgrenzung.
Eltern, die für ihre Kinder Integration wollen, werden gezwungen sie in der Sonderschule anzumelden.
Die Landesregierung soll endlich das leisten, was national und international beschlossen wurde: die Integration
behinderter Kinder in die allgemeinen Schulen. Die Landesregierung wird dazu aufgerufen, zum
Vorreiter einer modernen Bildungspolitik zu werden und das internationale Recht auf inklusive Bildung als
eines der ersten Bundesländer umzusetzen in einer Schule für Alle – mit bedarfsgerechter
Binnendifferenzierung.
Ansprechpartner: Eva-Maria Thoms (mittendrin e.V. Tel.: 0171 5409788), Ellen Brombach (Deutscher
Kinderschutzbund NRW, Tel.: 0179 1116714)

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