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Jugenddebatte: Nicht Gesetze verschärfen - Ursachen beseitigen

Presseerklärung des Deutschen Bundesjugendrings

Berlin, 09.01.2008 - „Wären Politikerinnen und Politiker bei der Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen so schnell und entschlossen wie bei der Forderung nach Sanktionierung und Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen, wären Kinderfeindlichkeit, Kinder- und Jugendarmut aber auch Jugendkriminalität keine größeren Probleme in unserem Land.“ Mit dieser Aussage bewertet Detlef Raabe, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings, die aktuelle politische Diskussion um die Ver-schärfung des Jugendstrafrechts.

Nach Ansicht des Deutschen Bundesjugendrings bietet das vorhandene Jugendstrafrecht ausreichende Möglichkeiten, Straftaten von Jugendlichen zu ahnden. Von daher ist keine Verschärfung der vorhandenen Gesetzeslage notwendig. Eher sei zu überlegen, ob junge Straftäter noch stärker durch Jugendsozialarbeit begleitet werden müssen. Viel wichtiger ist es jedoch die präventive Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken. Straftaten von Kindern und Jugendlichen haben Ursachen. Diese Ursachen spielen jedoch in der derzeitigen Diskussion überhaupt keine Rolle. Dies muss sich dringend ändern.

„Wir müssen die Ursachen von Jugendkriminalität wie Kinderarmut, Chancen- und Perspektivlosigkeit von Jugendlichen beseitigen, um die Problemlage frühzeitig in den Griff zu bekommen“, stellt Detlef Raabe fest. „Die Kinder- und Jugendhilfe sowie die außerschulische Jugendarbeit sind hier ein gutes und effektives Instrument, das solche Bemühungen wirkungsvoll unterstützen kann. Aber dann darf man in diesem Bereich nicht den Rotstift ansetzen wie dies auf allen Ebenen getan wird, sondern muss in die Zukunft unseres Landes investieren und die Förderung deutlich ausbauen.“

Mit großer Sorge betrachtet der Deutsche Bundesjugendring die Zuspitzung des Themas auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die dabei gerade im Wahlkampf in Hessen entwickelten „Stammtisch-Parolen“ sind teilweise von großer Ausländerfeindlichkeit geprägt und schaden den Integrationsanstrengungen.

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